Therapie der Histaminintoleranz

Menschen mit Histaminintoleranz müssen eine histaminarme Diät einhalten. Dies bedeutet eine Herausforderung: Lebensmittel lassen sich zwar grundsätzlich als histaminreich oder histaminarm kategorisieren – jedoch schwankt bei gleichen Lebensmitteln der Histamingehalt enorm. Dies hängt insbesondere von Reifegrad, Lagerungsbedingungen und der Verarbeitung statt.

Da der mikrobielle Verderb rasch einsetzt, sollten Histamin-Intolerante alle Lebensmittel möglichst frisch verzehren.

Kritische Lebensmittel für Menschen mit Histaminintoleranz sind:

  • Hartkäse,
  • Alkohol (insbesondere Rotwein, Sekt und Champagner),
  • Rohe Wurstprodukte, beispielsweise Salami
  • Makrelen und Thunfisch,
  • Verarbeiteter Fisch (wie eingelegter Hering, geräucherter Lachs),
  • Tomaten, Spinat, Auberginen, Avocados,
  • Reife Bananen, Erdbeeren, Papaya, Zitrusfrüchte
  • Eingelegtes, Fermentiertes (Sauerkraut, Mixed Pickles)
  • Sojasaucen,
  • Schokolade,
  • Nüsse,
  • Kaffee, schwarzer und grüner Tee,
  • Energydrinks
  • Alkohol, insbesondere Rotwein, Sekt und Champagner - wobei der spritzige Frusano Bio Fili-Secco eine Ausnahme darstellt: hier liegt der Histamingehalt unterhalb der Nachweisgrenze.

Viele unserer Kunden mit Histaminintoleranz berichten, dass ihnen insbesondere lange warm gehaltene Speisen Probleme bereiten - also Gerichte, die in Kantinen oder bei warmen Buffets angeboten werden.

Zudem wird häufig behauptet, jegliche Hefe und Hefeerzeugnisse seien stark histaminbelastet. Experten argumentieren hingegen, die herkömmliche Backhefe sei nahezu histaminfrei. Sie enthalte allerdings zu etwa drei Prozent Histidin, das zu Histamin umgewandelt werden kann - aber nur, wenn die Hefe gleichzeitig das dafür nötige Enzym enthalte. Dies ist nicht per se der Fall, es kann aber durch eine Kontamination der Hefeerzeugnisse geschehen. Hefeteige müssen bei circa 32 Grad gehen. Diese Temperatur bietet gleichzeitig den Bakterien optimale Bedingungen, die das Enzym produzieren, das Histidin in Histamin umbauen kann. Der Histamingehalt von Hefegebäck ist folglich nur dann hoch, wenn die Hefe während der Produktion kontaminiert wurde. 

Häufig werden Hefeextrakte, die vielen verarbeiteten Lebensmitteln als Geschmacksverstärker beigemengt werden, grundsätzlich als histaminbelastet eingestuft. Hefeextrakt wird aus frischer Hefe hergestellt und ist in vielen pikanten Lebensmitteln wie Soßen, Brühen, Brotaufstrichen und Fertiggerichten zu finden. Tatsächlich rufen Fertignahrungsmittel bei Histaminintoleranten oft starke Beschwerden hervor. Ob dies immer und ausschließlich auf Hefeextrakte zurückzuführen ist, bleibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar. 

Karenzphase

Drei Wochen nach der Diagnose sollte der Patient komplett auf histaminhaltige Lebensmittel verzichten. Ist der Patient symptomfrei, kann die Testphase beginnen.

Testphase

Nun wird die individuelle Toleranzschwelle ermittelt. Binnen sechs bis acht Wochen werden nach und nach histaminhaltige Lebensmittel in den Speiseplan aufgenommen. Zunächst sollten Patienten nur kleinere Mengen verzehren, und täglich höchstens ein neues Lebensmittel ausprobieren.

Langzeiternährung

Kennt der Patient seine persönliche Toleranzschwelle, sollte er sich gemäß dieser histaminarm ernähren – aber vollwertig. Vollwertprodukte, ballaststoffreiche Lebensmittel und Gemüse sollten sich unbedingt auf dem Speiseplan wiederfinden.

Ergänzende Vitamine

Einige Untersuchungen liefern Hinweise, dass zusätzlich zur Einhaltung der Diät eine tägliche Dosis von Vitamin C und Vitamin B6 die Symptome lindert. Ein Mangel eines oder beider dieser Vitamine scheint eine Histaminintoleranz zu begünstigen.

Weitere Therapieoptionen: Antihistaminika und DAO-Enzym-Ersatz

Je nach Art der Symptome helfen Medikamente gegen die Symptome. Bestimmte Antihistaminika etwa lindern Asthma, Fließschnupfen oder Ausschläge. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
Gute Erfahrungen melden Betroffene auch mit der Einnahme eines diätetischen Lebensmittels, eines Enzym-Ersatzes. Ähnlich wie laktoseintolerante vor dem Verzehr laktosehaltiger Lebensmittel das Enzym Lactase einnehmen können, steht Histaminintoleranten ein DAO-haltiges Extrakt zur Verfügung. Es wird in Kapselform unmittelbar vor dem Verzehr histaminhaltiger Lebensmittel eingenommen.

Zu diesem Artikel zählen folgende Seiten:

Was ist eine Histaminintoleranz?

Symptome der Histaminintoleranz

Diagnose der Histaminintoleranz