Was versteht man unter Fructoseintoleranz? 

Der Begriff Laktoseintoleranz ist den meisten Personen inzwischen geläufig und in eigentlich allen Supermärkten sind entsprechende, laktosefreie Ersatzprodukte zu finden. Auch Medikamente gibt es, die man vor Speisen und Getränken, die Milchzucker enthalten, einnehmen kann, wenn man unter einer Laktoseunverträglichkeit leidet. Doch was genau ist nun eine Fruktoseintoleranz? Dieser Begriff ist längst nicht so bekannt und viele Menschen wissen gar nicht, dass so etwas überhaupt existiert. Wir von frusano.com  klären nun über die Fructoseintoleranz auf und schaffen Klarheit!

Man versteht darunter eine Unverträglichkeit gegenüber dem Fruchtzucker Fructose. Enthalten ist dieser in fast allen Früchten, Gemüsesorten und Getreideprodukten, vor allem aber stellt Fructose neben der Glucose einen Mitbestandteil des Haushaltszuckers Saccharose dar, der in großer Menge besonders in Süßwaren und süßen Getränken vorkommt. 

Dieses Video erläutert die Thematik knapp und leicht verständlich:

Es existieren zwei verschiedene Ausprägungen der Fructoseintoleranz, die sich in Ursache und Symptomen sehr voneinander unterscheiden:

Typ1: Die intestinale Fructoseintoleranz

Diese Form wird auch Fructose-Malabsorption – also Fruchtzuckerunverträglichkeit – genannt und ist die am häufigsten vorkommende Art der Fruktoseintoleranz. Die Fructose-Malabsorption beruht auf einem defekten Transportsystem für Fructose im Dünndarm. Die Kapazität des Transportproteins GLUT-5, das sich in der Wand des Dünndarms befindet und das dafür sorgt, dass der Nahrung Fructose entzogen wird, ist – entweder schon seit der Geburt oder seit einem späteren Zeitpunkt – vermindert.

Wegen dieser unvollständigen Resorption innerhalb des Dünndarms gelangt ein größerer Anteil des aufgenommenen Fruchtzuckers in den Dickdarm. Dort wird er von den Bakterien der Darmflora abgebaut, wobei u.a. Wasserstoff entsteht und für Verdauungsstörungen sowie für Beschwerden wie Blähungen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall sorgt. Deswegen wird diese Form der Fruktoseintoleranz sehr häufig (wie auch die Laktose-Malabsorption) als Reizdarm-Syndrom fehldiagnostiziert. Der im Dickdarm entstandene Wasserstoff gelangt sogleich in den Blutkreislauf und wird anschließend durch die Lungen ausgeatmet.

Diese Form der Fructoseintoleranz kann ganz unkompliziert durch einen sogenannten H2-Atemtest (Wasserstoffatemtest) festgestellt werden. Mithilfe dieses Testes kann man unterschiedliche Darmerkrankungen – wie etwa eine Unverträglichkeit von Milchzucker oder eben Fruchtzucker – diagnostizieren. Bei dem Wasserstoffatemtest sieht man nun, ob der Anteil an Wasserstoff in der Ausatemluft nach der Verabreichung von Fructose ansteigt. Sollte dies der Fall sein, kann daraus geschlossen werden, dass der Fruchtzucker im Dünndarm nicht verwertet werden konnte, im Dickdarm bakteriell zersetzt wurde und somit eine Fruktoseintoleranz vorliegt. Bevor ein solcher Test durchgeführt wird, sollte jedoch zuerst abgeklärt werden, ob nicht eine hereditäre Fructoseintoleranz vorliegt, da der H2-Atemtest dann zu gefährlichen Reaktionen des Körpers führen kann.

Typ 2: Die hereditäre Fructoseintoleranz

Diese Form der Fructoseintoleranz bezeichnet eine sehr seltene Störung des Fructose-Stoffwechsels, die Betroffene seit ihrer Geburt aufweisen. Etwa einer von 20.000 Menschen kommt mit der hereditären Fructoseintoleranz (HFI) zur Welt – die Fruktose-Malabsorption ist in der Bevölkerung wesentlich weiter verbreitet.

Bei HFI sorgt das Enzym Fructose-1-Phosphat-Aldolase B entweder gar nicht mehr oder nur noch in nicht genügender Weise dafür, dass die Fructose im Körper abgebaut wird. Das Enzym kommt beim Menschen in den Nieren, der Leber und in der Dünndarmschleimhaut vor. Dadurch sammelt sich Fruktose-1-Phosphat in der Leber an, verursacht eine toxische Wirkung, behindert die Verarbeitung von Glukose und führt so zur Unterzuckerung. Diese Ausprägung der Fructoseintoleranz kann daher schwere Schädigungen der Nieren und der Leber – im schlimmsten Fall sogar ein Versagen dieser Organe – zur Folge haben. HFI bringt also deutlich schwerwiegendere Symptome mit sich, als die intestinale Fructoseintoleranz.

Bei Personen, die unter dieser Form der Fructoseintoleranz leiden, treten häufig schon innerhalb ihres ersten Lebensjahres Symptome auf, nachdem sie Fructose in Form der ersten Fütterung von Brei oder anderer Beikost zu sich genommen haben.
Die Feststellung einer hereditären Fructoseintoleranz kann u.a. durch eine molekular-genetische Untersuchung auf die 3 häufigsten Mutationen des Aldolase B-Gens erfolgen.

Das Leben mit einer Fructoseintoleranz 

Eine Fruktoseintoleranz ist nicht heilbar und ein Medikament dagegen wurde noch nicht entdeckt.

Viele HFI-erkrankte Menschen haben von Natur aus eine Abneigung gegen Gemüse, Obst und Süßes, was sie praktischerweise vor der Fructose-Aufnahme schützt und sie ohne bedeutende Einschränkungen leben lässt. Doch so geht es natürlich nicht allen. Gerade Personen, die nicht seit ihrer Geburt unter einer Fructoseintoleranz leiden und bis zum Zeitpunkt ihrer Erkrankung sehr gerne Obst und dergleichen gegessen haben, fällt eine fructosearme Ernährung oder ein gänzlicher Verzicht auf die entsprechenden Lebensmittel besonders schwer.

Im Gegensatz zur Fructose-Malabsorption genügt bei der hereditären Fructoseintoleranz eine fructosearme Diät in den meisten Fällen nämlich nicht, es muss streng fructosefrei gegessen (weniger als 1 Gramm pro Tag) und besonders auf die eigene Ernährung geachtet werden. Dies kann für Betroffene äußerst belastend sein, denn schließlich macht gutes Essen und das Genießen von Lebensmitteln für sehr viele Menschen einen großen Teil ihrer Lebensqualität aus! Glücklicherweise kommt diese Form der Fructoseintoleranz nur sehr selten vor.

Aber welche Produkte enthalten nun eigentlich die besagte Fructose?

Fruchtzucker kommt, wie bereits erwähnt, von Natur aus in fast allen Gemüse-, Obst- und Getreidesorten vor – komplett fructosefrei ist kein natürliches Nahrungsmittel, der jeweilige Gehalt ist jedoch sehr verschieden und reicht von wenigen Milligramm bis hin zu beispielsweise über 40g pro 100g bei Honig. Bei Früchten weicht der Fructosegehalt je nach Reifegrad, Sorte und Herkunft extrem ab. Es existiert der Irrglaube, dass Fructose nur in Obst enthalten sei - welches höchstwahrscheinlich von der Bezeichnung herrührt. Der Großteil der Fructose in Lebensmitteln kommt aber gar nicht aus Früchten, sondern wird zur Süßung zugesetzt. Entweder pur als Fructose, oder über die Saccharose.

Fructose macht einen der beiden Bestandteile des Disaccharids Saccharose aus, das als gewöhnlicher Haushaltszucker in einem Großteil der Lebensmittel enthalten ist – und nicht nur in jenen, die süß schmecken. Auch brauner Zucker, Rohrzucker und auch Kokosblütenzucker bestehen überwiegend aus Saccharose. Fast alles, was mit Zucker gesüßt ist, sei es Limonade, Eis, Süßigkeiten oder Schokolade, enthält also große Mengen Fructose, viel mehr als jede Frucht.

Eine gänzlich fructosefreie Ernährung ist aufgrund dessen beinahe unmöglich. Entscheidend ist, sich möglichst fruchtzuckerarm zu ernähren und die persönliche „Verträglichkeitsschwelle“ herauszufinden. Diese reicht von den bereits genannten 1g pro Tag bei HFI bis zu täglichen 50g Fructose bei schwachen Ausprägungen der intestinalen Fruktoseintoleranz.

In speziellen Tabellen und Büchern mit Lebensmitteltabellen wie beispielsweise "Der kleine Souci Fachmann Kraut" kann der Fruchtzuckergehalt der meisten Lebensmittel in Erfahrung gebracht werden – diese Werte stellen allerdings immer nur den Durchschnitt dar und sollten nicht als Garantie aufgefasst werden. Es ist aber definitiv möglich, eine fructosearme Ernährung ausgewogen zu gestalten!

Zur Erinnerung: Die meiste Fructose kommt aus gesüßten Lebensmitteln. Wenn man darauf verzichtet, oder diese durch fructosefreie ersetzt, hat man einen Großteil der Fructose bereits eliminiert. Wenn man dann noch sehr fructosereiche Obstsorten wie Äpfel meidet und durch eher fructosearme Sorten ersetzt, bekommt man auch genügend Vitamine. Relativ fructosearm sind beispielsweise Johannisbeeren, Himbeeren, Erdbeeren oder auch Rhabarber, der ist eigentlich ein Gemüse, wird aber oft wie ein Obst eingesetzt und ist beinahe fructosefrei.
Gut verträglich sind z.B. meist Nudeln, Reis, Quinoa, reine Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Eier. Obst- und Gemüsesorten, die relativ wenig Fructose enthalten, sind beispielsweise auch Avocados, Gurken, Zucchini oder Brokkoli. Natürlich sollten auch diese Nahrungsmittel erst einmal vorsichtig austestet werden, da jeder Mensch anders reagieren kann.

Sorbit-Unverträglichkeit

Eine Fructoseintoleranz geht sehr häufig mit einer Sorbit-Unverträglichkeit einher. Unter Sorbit versteht man den Zuckeralkohol der Fructose, Sorbit ist sehr eng mit Fructose verwandt. Sorbit kommt in manchen Obstsorten, insbesondere in Steinobst wie Aprikosen, Pflaumen und Kirschen vor.

Häufger kommt Sorbit allerdings als kalorienarmes Süßungsmittel Ersatz für den gewöhnlichen Kristallzucker, und als Feuchthaltemittel in Backwaren vor. Bei der hereditären Fructoseintoleranz muss komplett auf Sorbit verzichtet werden, und auch bei Fructose-Malabsorption ist Sorbit meist mindestens genau so kritisch wie Fructose. So manche Tabelle mit fructosearamen Fruchtsorten missachtet den Sorbitgehalt - sogar in manchen Büchern zum Thema Fructoseintoleranz werden wegen des niedrigen Fructosegehalts Aprikosen empfohlen - und die gehören zu den Fruchtsorten mit dem höchsten Sorbitgehalt!

Süße in den Frusano Produkten

Wir von Frusano süßen alle Produkte mit Malz- und Traubenzucker aus fructosefreiem Glucosesirup und stellen z.B. alternative Süßungsmittel (in Form von Reissirup und Getreidezucker), fructosefreie Schokolade, Marmelade, allerlei Süßigkeiten, gesüßte Getränke  und vieles mehr für Menschen her, die unter einer Fruktoseintoleranz leiden. Auf diese Weise kann man sich auch mit einer Fructoseintoleranz normal ernähren, man spürt kaum Einschränkungen und kann auch leckere süße Speisen zubereiten oder backen, was das Zeug hält. Viele unserer Produkte sind nicht nur fructosefrei oder fructosearm, sondern auch vegan und glutenfrei – darüber hinaus achten wir natürlich auch auf einen extrem niedrigen Sorbitgehalt.

Außerdem findet man bei uns viele spannende, fructosefreie oder -arme Rezepte, von denen sich Personen mit einer Fruktoseintoleranz inspirieren lassen und köstliche, vielseitige Gerichte zaubern können. Hoffentlich konnte Sie dieser Beitrag etwas über die Fructoseintoleranz aufklären, Ihnen weiterhelfen oder Zuversicht und Mut spenden, wenn Sie kürzlich selbst diese Diagnose erhalten haben sollten. Beachten Sie auch die weiteren Seiten zum Thema. Seien Sie sicher: Man lernt mit der Zeit, gut mit einer Fruktoseintoleranz umzugehen!